Lanpartys im Alpha

     
NEWS
   

Unsere Lanpartys waren immer erfolgreich, wurden aber auch immer wieder kritisch beäugt. Es gab einige mehr oder minder gelungene Presseberichte über unsere Events, obwohl wir uns immer stundenlang Zeit genommen haben um alles bis ins kleinste Detail zu erklären.

Wie es im Moment weitergeht ist noch unklar. Die Zeiten und die Interessenlagen ändern sich und somit müssen und werden wir dieses Angebot noch mal überdenken. Momentan hat einfach Pokern die Nase vorn.

 
PRESSE
   

Spiele im Fokus, Spiele verantwortlich für Amokläufe? Ist ein Verbot von Gewaltspielen sinnvoll?

 ... Was Computerspieler von der Killerspiele-Debatte halten

Gegenwärtig diskutiert man in der Szene heftig über die Aussagen vieler Politiker zum Thema Gewalt in Computerspielen. Im Bericht von Tagesspiegel Online vom 25. Januar 2007 äußerte sich der im Potsdamer Jugendclub "Alpha" tätige Sozialarbeiter Steffen Heise dahingehend, dass es für ihn enttäuschend sei, dass eine Generation Jugendlicher, die mit solchen Spielen aufgewachsen sind, unter Generalverdacht gestellt werde. Laut Heise wüssten 99,9 Prozent der Jugendlichen, dass sie die Computerwelt nicht mit der realen Welt gleichsetzen dürfen. "Die wissen, dass es anders als am Computer im realen Leben keine Speichertaste gibt, wenn eine Waffe im Spiel ist."

Ähnlich sind auch die Äußerungen der Jugendlichen, welche die regelmäßig stattfindenden LAN-Parties des Jugendclubs besuchen. Für sie ist klar, dass es etwas anderes ist eine reale Waffe abzufeuern als am Bildschirm zu ballern.

Jeder, der beruflich mit Schusswaffen zu tun hat, oder in der Bundeswehr diente, weiß, wovon hier die Rede ist. Im Online-Forum der Zeitschrift PC-Welt zum Artikel "Gewaltspiele, wenn das ZDF Amok läuft" vom 10. November 2004 sind ähnliche Äußerungen zu finden. Ein Beispiel hierfür ist der folgende Satz eines Users: "Ich selber (vermutlich auch Millionen andere) kann zwischen Spiel und Realität unterscheiden! Ich kann im Spiel Monster töten/abschlachten, in der Realität kann ich kein Blut sehen. Mal so am Rande, ich bin so blutlüstern im realen Leben, dass ich Vegetarier geworden bin..." Auch wenn die Aussage aus dem Jahre 2004 stammt, so trifft sie dennoch auf die meisten heutigen Spieler zu (auch wenn die wenigsten ihre Essgewohnheiten aufgrund von Computerspielen ändern würden).

Innerhalb der Szene ist es unstrittig, dass bestimmte Spiele, die mit einem Mindestalter belegt sind, nur an Personen abgegeben werden sollen, die dieses Mindestalter auch erreicht haben. Jeder seriöse Händler wird eine Altersüberprüfung vornehmen, wenn er bezweifelt, dass der Käufer das entsprechende Mindestalter hat. Zu Hause jedoch sind die Eltern für die Kontrolle der Altersfreigabe zuständig. Das Problem ist nur, dass viele Eltern dieser Kontrollpflicht nicht nachkommen. Für viele ist es halt bequemer, ihr Kind vor den Computer zu setzen wo es den ganzen Tag sich selbst überlassen bleibt. Manche machen sich nicht einmal die Mühe auf den Bildschirm zu schauen um zu sehen, was die Kinder am Rechner machen. In diesem Falle ist es kein Wunder, dass selbst 10-jährige Spiele spielen, die erst ab dem 18. Lebensjahr freigegeben sind. ...

Kompletter Artikel: http://www.spieletipps.de/topthema/tt28.php?subpage=2


Scharfschützen an der Maus, (PNN, 25.01.2007, S.14)

Beobachtungen im Jugendclub „Alpha“: Was Computerspieler von der Killerspiel-Debatte halten

René läuft über den Rasen, ein wenig geduckt, damit sein Gegner ihn nicht sieht. In der Hand hält er ein Gewehr aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Er blickt sich um, rennt weiter. Und schießt auf einen entfernten Punkt, der scheinbar zusammenbricht. Kurz darauf sucht sich René eine Deckung hinter einer kleinen Mauer. Blickt hinüber. Springt. Läuft auf ein Haus zu, das rechts von ihm steht. Ist fast da. Doch plötzlich Geschützfeuer. Renés virtuelles Ich stirbt. Und er flucht: „Scheiße, mich hat's erwischt.“

Der 27-Jährige ist einer von rund fünfzehn jungen Männern, die an diesem Freitagabend im Jugendclub „Alpha“ im Bürgerhaus Am Schlaatz sich an einem improvisierten Tischkreis gegenüber sitzen und konzentriert auf ihre mitgebrachten Bildschirme schauen, die Hände dabei gleichzeitig auf Tastatur und Maus. Die Spielefreaks treffen sich nun schon ein paar Jahre, etwa alle zwei, drei Monate, um im mit vielen Kabeln zusammengeschlossenen Computernetzwerk gegeneinander anzutreten: Auf ihrer so genannten LAN-Party spielen sie die Art von realistischen Ballerspielen, die Politiker wie jüngst nach dem Amoklauf an einer Schule in dem Örtchen Emsdetten für krasse Gewalttaten verantwortlich machten. Nur das wohl bekannteste 3D-Schießspiel „Counterstrike“ wird im Jugendclub nicht gespielt: „Das mag hier keiner so recht, es ist zu langweilig“, sagt Sozialarbeiter Steffen Heise, der den regelmäßigen Spieletreff maßgeblich organisiert. Ab 18 darf jeder mitspielen, ab 16 nur mit Genehmigung der Eltern.

Gerade läuft über die Bildschirme „Battlefield 1942“: Es versetzt die Spieler mit seiner realistischen Grafik in den Zweiten Weltkrieg. Als Scharfschütze, Ingenieur oder normaler Infanterist müssen die Spieler, wenn sie gegeneinander antreten, verschiedene Kontrollpunkte – dargestellt als Fahnen – mittels Waffengewalt erobern und halten. „Das ist ähnlich wie Räuber und Gendarm spielen“, findet René. Es gehe darum, „einen Tick schneller“ zu sein als die Gegner: „Es ist eine Frage der besseren Strategie und Taktik.“

Aus diesem Blickwinkel kann auch niemand im Raum verstehen, warum solche Spiele wie „Battlefield“ als Killerspiele gesehen werden. „Es ist schade, dass eine Generation Jugendlicher, die mit solchen Spielen aufgewachsen sind, unter Generalverdacht gestellt wird“, sagt Steffen Heise. 99,9 Prozent würde wissen, dass sie die Bildschirmwelt nicht mit der Realität gleichsetzen dürften: „Die wissen, dass es anders als am Computer im realen Leben keine Speichertaste gibt, wenn eine Waffe im Spiel ist.“

Ob der Sozialarbeiter mit seiner Meinung Recht hat, ist wissenschaftlich umstritten. So stellt die aktuelle „Medien und Gewalt“-Studie des Bundesfamilienministeriums 2005 fest, dass es keine überzeugenden Belege gäbe, die einen Zusammenhang zwischen Gewalt und Computerspielen belegen würden – es existierten maximal Hinweise darauf. In der Forschung sollten daher stärker die Spieler und ihr soziales Umfeld berücksichtigt werden, ebenso der Einzelfall von Spiel zu Spiel.

Für René ist die Sache klar. „Mich würde kein Spiel zu Gewalt verleiten.“ Schon an sich sei das Töten von Menschen am Computer zu unrealistisch. „Es ist etwas völlig anderes, am Bildschirm problemlos zu laden und zu ballern, als real wie bei der Bundeswehr eine Waffe in der Hand zu halten.“ Ehe man in der Wirklichkeit auf jemand schieße, müsse noch viel mehr passieren. Henri Kramer

Presse- Foto


Nächtliche Terroristenjagd (PNN,17.01.2005, S. 11)

LAN-Party im Jugendclub „Alpha“ mit 30 Spielern

Am Schlaatz - Vier Tischreihen sind mit Computern voll gestellt, davor sitzen Jugendliche und blicken konzentriert auf ihre Bildschirme: Der Raum im Jugendclub „Alpha“ des Bürgerhauses am Schlaatz wirkt an diesem Samstagabend wie ein Rechenzentrum. Rund dreißig junge Leute sind zur zweiten so genannten LAN-Party in den Club gekommen und wollen bis zum frühen Sonntag morgen miteinander am PC spielen.

Die Organisatoren des Treffens sind Marcel Fröhlich und Ben Hoyer vom Verein Multimediahilfe Potsdam 04 (MHP). „Eigentlich bieten wir Fortbildung in Sachen Computer an, doch nebenbei veranstalten wir solche Partys“, sagt Vereinspräsident Fröhlich. Die Netzwerk-Technik für das Verbinden der Computer stellt denn auch der MHP. Die Computer bringen die Spieler, wie auf LAN-Partys allgemein üblich, selbst mit. Außerdem bezahlt jeder Teilnehmer zehn Euro Eintritt. „Sonst wäre solch eine Aktion nicht finanzierbar“, sagt Fröhlich.

Bei LAN–Partys wie in dem Jugendclub sind die Computer der Teilnehmer über ein Netzwerk miteinander verbunden. So ist es möglich, Computerspiele gegen- und miteinander zu spielen. Die Namen der Spiele: Battlefield oder Counterstrike. Der Inhalt ist meist kriegerisch. Bei Counterstrike geht es zum Beispiel um das Befreien von Geiseln aus der Hand von Terroristen. Dabei übernehmen ein Teil der Spieler die Retter, die anderen LAN-Teilnehmer spielen dagegen die Bösewichter. Es gewinnt, wer sich die besseren Strategie ausdenkt und schneller schießen kann. Eine zu martialische Freizeitbeschäftigung für junge Leute? Steffen Heise, Sozialarbeiter im Jugenclub, winkt ab. „Jemand, der hier einen auf Rambo macht, würde scheitern,“ sagt Heise. Vielmehr gehe es um Teamfähigkeit, auch um Schulung von Reflexen und um strategisches Denken. „Gerade bei solchen Partys lernen die Jugendlichen nebenbei noch, wie sich PC-Probleme lösen lassen, zum Beispiel wie ein Netzwerk aufgebaut wird“, ergänzt Fröhlich vom Multimedia-Verein. Außerdem achten die Organisatoren auf den Jugendschutz: Wer unter 16 Jahren alt ist, braucht eine Erklärung mit dem Einverständnis der Eltern. „Wir erlauben hier auch keine Spiele, die auf dem Index stehen“, stellt Heise klar.

Sonntag früh um neun gehen die letzten Spieler. Bis um 11 Uhr dauern die Aufräumarbeiten im Club. Trotz Müdigkeit ist Sozialarbeiter Heise mehr als zufrieden „Wenn die Jugendlichen noch einmal wollen, steht einer nächsten LAN-Party nichts im Wege“, sagt er.

Henri Kramer


 
ARCHIV
   
Lan-Party vom 03.09.04 - 04.09.04 Lan-Party vom 15.01.05 -16.01.05 Lan-Party vom 31.03.05 -01.04.05
Lan-Party vom 27.05.05 -28.05.05 Lan-Party vom 15.07.05 -16.07.05 Lan-Party 19.01.07- 20.01.07
Lan-Party 14.09.07 - 15.09.07